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Versicherungspflicht für Bauherren | Immobilien Spanien

Mit Wirkung vom 06.05.2000 sind alle Bauträger gesetzlich verpflichtet bei Neubaumaßnahmen eine „Decenalversicherung“ in Höhe des Bauvolumens abzuschließen.

Hierdurch sollen die späteren Eigentümer besser gegen Baumängel geschützt werden welche sich über einen Zeitraum von bis zu 10 Jahren nach Fertigstellung des Objekts manifestieren. Die Verantwortung für die korrekte Bauausführung wird hierdurch nur teilweise auf den Versicherer verlagert. Vielmehr soll der Bauträger zur verantwortungsvollen Ausführung seiner Tätigkeit angehalten werden. Dies gilt gleichwohl für die Erstellung privater wie auch öffentlicher Gebäude.

Vom Gesetz betroffen sind Neubauten und solche Umbaumaßnahmen welche den Charakter eines Gebäudes wesentlich beeinflussen. Die vom Gesetz erfaßten Grundanforderungen betreffen:

  • Nutzung
  • Zugänglichkeit
  • Verfügbarkeit der Einrichtungen
  • Strukturelle Sicherheit
  • Brandschutztechnische Einrichtungen
  • Sichere bestimmungsgemäße Nutzung
  • Gesundheitsvorschriften
  • Lärmschutzmaßnahmen
  • Energiesparende Einrichtungen

Obligatorisch ist die Versicherung hinsichtlich der Fundamente, Struktur, tragender Mauern und anderer Elemente welche die mechanische Stabilität und Dichtigkeit betreffen.

Die für die korrekte Bauausführung Verantwortlichen umfassen den Bauträger, die Planer / Architekten, Bauunternehmer und –Bauleiter, Lieferanten und Kontrollorgane. Zumindest der Bauträger hat in Form der „Dezenalversicherung“ die Nachhaftung sicherzustellen. Der weitere Personenkreis kann, in Relation zu deren jeweiligen Beteiligung, gesamtschuldnerisch mitbelangt werden aber die Haftung gegebenenfalls anderweitig absichern.
 

Umfang der Haftung und Fristen

Eine 1-jährige Nachhaftung gilt für den Bauunternehmer insbesondere hinsichtlich potentieller Verarbeitungsmängeln. Eine 3-jährige Nachhaftung gilt für Defekte und Schäden an konstruktiven Elementen und Installationen welche die Bewohnbarkeit beeinträchtigen oder in Frage stellen. Die 10-jährige Nachhaftung erstreckt sich auf Defekte und Schäden an: Fundamenten, Stützen, tragenden Elementen, Zwischendecken sowie weitere Gebäudebestandteile welche die Nutzung und Sicherheit des Objekts gefährden könnten. Die Nachhaftung gilt für solche Schäden welche sich in den oben aufgeführten Formen und Zeiträumen manifestieren. Innerhalb einer Frist von zwei Jahren sind entsprechende Ansprüche geltend zu machen.