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E.T.E. | Erklärung von Auslandstransaktionen | Spanien

Die Erklärung E.T.E. (Encuesta sobre Transacciónes Exteriores – Umfrage über Auslandstransaktionen) ist eine Informationserklärung an die Spanische Nationalbank und dient statistischen Zwecken. Verpflichtend ist die Erklärung für natürliche und juristische Personen, die mit dem Ausland Transaktionen durchgeführt haben oder aber Aktiv- oder Passivsalden oder Veränderungen derselben im Gesamtumfang von mehr als 1 Million Euro aufweisen. Diese Erklärung ist jeweils bis zum 20. Januar des Folgejahres einzureichen. Die Einreichung kann nur elektronisch und nur mit der persönlichen elektronischen Unterschrift des Erklärungspflichtigen erfolgen.

Zu erklären sind die Werte in zwei getrennt zu behandelnden Kategorien, nämlich Transaktionen einerseits sowie Salden (Bestände) bzw. deren Veränderungen andererseits, sofern der Gesamtbetrag in zumindest einer der beiden Kategorien 1 Million Euro übersteigt. Im Konkreten sind zu erklären:

  • Transaktionen jeglicher Art mit Nichtresidenten und unabhängig von der Art und Weise der Abrechnung (Überweisungen, Gutschriften, Abbuchungen, Gegenverrechnungen, usw.).
  • Salden sowie Saldenveränderungen von Aktiv- oder Passivpositionen mit dem Ausland, unabhängig von der Art und Weise, wie sie gestaltet sind oder zustandekommen (Bankkonten, Salden zwischen Unternehmen, Bareinlagen, Wertpapiere, Kapitalbeteiligungen, Schuldinstrumente, Finanzderivate, Immobilien, usw.)

Fallbeispiel 1: Eine natürliche Person hat im Ausland ein Konto mit  100.000 Euro, eine Darlehensforderung im Wert von 500.000 Euro und eine Beteiligung im Wert von  500.000 Euro. Lösung: Zu erklären ist ein Saldo von 1,1 Millionen Euro.

Fallbeispiel 2: Eine natürliche Person erhält im Jahr 2018 zwei Darlehen einer ausländischen juristischen Person, eines in Höhe von 400.000 Euro, ein weiteres in Höhe von 700.000 Euro.
Lösung: Zu erklären ist ein Anfangssaldo von Null und ein Endsaldo von 1,1 Millionen Euro auf der Passivseite. Die Differenz ist die Transaktionssumme.

Fallbeispiel 3: Eine juristische Person hat im Jahr 2018 ein Darlehen einer ausländischen Gesellschaft in Höhe von 800.000 Euro erhalten, der Passiv-Saldo per 31.12.2018 beträgt 750.000 Euro. Dieselbe Gesellschaft hält Anteile an einer ausländischen Gesellschaft im Wert von 400.000 Euro.
Lösung: Um die Frage zu ermitteln, ob eine Erklärungspflicht besteht, werden die Salden nicht gegeneinander aufgerechnet, was ein Minus von 350.000 Euro ergeben würde, sondern addiert. Es ergibt sich ein Gesamtsaldo von 1,15 Millionen Euro (750.000 Euro Passiva plus 400.000 Euro Aktiva) und somit Erklärungspflicht.

Fallbeispiel 4: Eine natürliche Person nimmt im Ausland ein Darlehen von 600.000 Euro auf, um damit eine Immobilie zu erwerben.
Lösung: Die Gesellschaft muss ihre Aktiva (Haus = 600.000 Euro) und Passiva (Darlehensschuld = 600.000 Euro) addieren, es ergibt sich ein Gesamtsaldo von 1,2 Millionen Euro und somit Erklärungspflicht.

Zwar werden Verfehlungen wie Nichterklärung oder falsche Angaben bis zu 6 Millionen Euro Erklärungssumme als „leichte Verfehlung“ eingestuft, doch kann selbst eine solche mit mindestens 3.000 Euro bis hin zu einem Viertel des finanziellen Gehalts der nicht oder falsch gemeldeten Transaktion oder Salden geahndet werden.

In dieser Kategorie verjährt die Verfehlung jedoch schon nach einem Jahr und Erklärungen außerhalb der Frist werden mit relativ moderaten Strafen von 150 bis 600 Euro geahndet.

Ein wesentlich schärfer gestalteter Strafrahmen sowie eine längere Verjährungsfrist sind für Erklärungen ab 6 Millionen Euro Erklärungssumme vorgesehen.

Viele der Unterlagen zur Ermittlung der entsprechenden Salden (Vermögensaufstellungen Wertpapierdepots, Bankauszüge, usw.), werden später auch für die Auslandsvermögenserklärung Modelo 720 sowie die Vermögensteuererklärung Modelo 714 benötigt, d.h. ein Teil der Arbeitsergebnisse kann später genutzt werden und verringert dann den Bearbeitungsaufwand und somit auch die Kosten.

Für sämtliche juristische Personen, die bei European Accounting in Betreuung stehen, wird die Erklärungspflicht ohne Aufforderung des Mandanten geprüft und ggfs. die Erklärung erstellt und eingereicht. Die von uns betreuten natürlichen Personen, die nach Maßgabe der uns vorliegenden Daten deklarieren müssen, werden individuell angeschrieben.