Skip to main content

Auslandsengagement | Erfolge und Hindernisse

Ein Bericht der Kreditanstalt für Wiederaufbau (www.kfw.de) beschreibt ebenfalls in beeindruckender Weise die Auslandsstärke der KMUs:

Im Jahr 2017 hat ein Fünftel aller Mittelständler Auslandsumsatz erzielt. Diese rund 780.000 (siebenhundertachtzigtausend) international tätigen Unternehmen erzielten insgesamt 577 Mrd. EUR in ausländischen Märkten. Das entspricht rund 45 % der gesamten deutschen Exporte.

Auslandsaktive Unternehmen erzielen fast 29 % ihres gesamten Umsatzes im Ausland. Europäische Märkte sind dabei für die meisten KMU wichtiger als das außereuropäische Ausland.

Die Internationalisierung ist nicht nur ein wichtiger Wachstumstreiber für den deutschen Mittelstand, auch die Abhängigkeit vom heimischen Markt wird signifikant reduziert. Das ist die positive Seite der Medaille.

Vor der anderen Seite warnt laut dem o.a. Bericht der AG Mittelstand der Präsident des Bundesverbands des deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) Holger Bingmann vor Staatsinterventionismus. Nötig sei „eine Rückbesinnung auf unser bisheriges Erfolgsmodell, anstatt den Unternehmen ständig neue Knüppel zwischen die Beine zu werfen mit immer mehr Bürokratie und zusätzlichen Belastungen“.

Eine zentrale Forderung des Mittelstandes zielt denn auch auf den Abbau der Bürokratielasten. „Vor allem KMU fühlen sich zunehmend überfordert“, kritisiert Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer: „Immer häufiger beklagen sie, vor lauter bürokratischer Vorgaben gar nicht mehr zur eigentlichen Arbeit zu kommen.“ In nahezu allen Branchen seien in den letzten Jahren zusätzliche Dokumentations- und Informationspflichten entstanden, heißt es in dem Jahresbericht.

Zu dem gleichen Thema stellt die KfW fest, dass die KMU für die Internationalisierung die folgenden Hemmnisse als signifikant erachten

  • Rechtsunsicherheit im Ausland                  43 %
  • Keine geeigneten Geschäftspartner           36 %
  • Bürokratischer Aufwand                              34 %
  • Mangelnde Managementkapazitäten          30 %
  • Fehlende Auslandserfahrung                      33 %
  • Finanzierung der Investition                        32 %

Jeder Schritt der Internationalisierung – hier der Weg nach Spanien – ist mit neuen Anforderungen verbunden. In der Praxis sehen wir häufig, dass die internen Prozesse nicht in der notwendigen Qualität mitwachsen. Das gilt einerseits für das Finanz- und Rechnungswesen sowie das Risikomanagement, andererseits auch für die Erfüllung der umfangreichen gesetzlichen Vorgaben, die bei einem Engagement im Ausland zusätzlich erfüllt werden müssen.

Hinzu kommt, dass die in Deutschland bewährten Handlungsmuster nicht mehr passen. Die räumliche Distanz der Tochtergesellschaft oder Betriebsstätte zum Stammhaus erschwert bei mangelnder professioneller Prozessstruktur die Kommunikation. Die unterschiedlichen kulturellen Wurzeln im Ausland werden häufig nicht ausreichend berücksichtigt und den Beteiligten kommt vieles nur noch Spanisch vor.

Gerade die KMU zeichnen sich durch einen hohen Grad an „intuitiver Organisation“ aus, die nicht immer im gewünschten Maß exportiert werden kann. Die formale Organisation und die Überwachung der zivil- und steuerrechtlichen Ordnungsmäßigkeit müssen verstärkt werden, das gebietet die schiere Menge der neu zu erfüllenden gesetzlichen Vorgaben. Das wiederum passt nicht zur etablierten, erfolgreichen Firmenkultur, die auf die gemeinsamen Werte Vertrauen und Offenheit fußt. Missverständnisse, Fehler und wirtschaftliche, zivil- und steuerrechtliche Schäden sind vorprogrammiert.

Die unternehmerische Erwartung und die ausländische (spanische) Realität passen nicht mehr zusammen. Das eröffnet dem ebenfalls mittelständisch organisierten Steuerberater neue Marktpotenziale. Durch die hier beschriebene Anwendung kann ein professionelles organisatorisches Fundament auf der Basis von DATEV-Anwendungen genutzt werden, das eine solide Informationsgrundlage für die unterschiedlichsten Aufgabenstellungen darstellt. Dadurch wird ein signifikanter Beitrag zur Lösung der beschriebenen Sorgen, Hemmnisse und Herausforderungen geleistet. Die Internationalisierung erfolgt auf soliderem Boden, womit die Stärken des deutschen Mittelstandes in höherem Maß ausgespielt werden können.

In Deutschland wird die Mehrzahl der Mittelständler nicht von den großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften (Big Four) vertreten. In der Regel liegt die Betreuung bei einem mittelständisch orientierten Steuerbüro aus der Region, das die „gleiche Sprache“ spricht. Man kennt sich schon viele Jahre und hat ein Naheverhältnis aufgebaut, das meist über die reine Steuerberatung hinausgeht. Auch heikle familiäre Themen werden in freundschaftlicher Art besprochen und vertrauensvoll gelöst.

Für Themen, mit denen er nicht häufig konfrontiert ist, holt sich der langjährige Berater Unterstützung bei Spezialisten. Die Ergebnisse werden danach im persönlichen und vertraulichen Gespräch mit dem Mittelständler geführt, i.d.R ohne Anwesenheit des temporär hinzugezogenen Beraters. Diesem Schema bleibt er auch bei der Betreuung der Auslandsaktivitäten treu und sucht sich im Zielland ebenfalls einen mittelständischen Steuerberater, den er durch Internetrecherche oder Empfehlungen findet. Schnell muss er feststellen, dass die Aufgaben des Rechnungswesens und des Controllings inklusive der Bilanzerstellungen nicht mit einem ihm bekannten System erfüllt werden.

Dem Mittelständler wird bewusst, dass man in der Auslandsgesellschaft ein anderes Verständnis von Sorgfalt und Zuverlässigkeit hat. Anstatt darauf mit gezielten Maßnahmen zu reagieren, wird diese Erkenntnis häufig in weltmännischer Toleranz als typisch für das Land akzeptiert. Ohne die ausländischen Führungskräfte ins falsche Licht zu stellen, ist festzustellen, dass man sie nicht so gut kennt wie die Mitarbeiter zu Hause.

Nüchtern betrachtet gilt, dass viele Mechanismen der mittelständischen Vertrauensorganisation bei der Führung entfernter Auslandsgesellschaften nicht funktionieren oder es zumindest viel länger dauert, bis diese ihre Wirkung entfalten. Das zentrale Kontrollinstrument ist das Berichtswesen, das sich an der Steuerungsphilosophie des Stammhauses orientiert. Eine schlanke Ergebnisrechnung steht im Mittelpunkt des monatlich erstellten Berichtspakets. Die Berichte kommen nicht aus einem länderübergreifenden Buchhaltungssystem; es handelt sich meistens um eine manuell oder halbautomatisch erstellte Excel-Datei mit hoch aggregierter Zeilenstruktur. Für die Analyse der monatlichen Berichte stehen im Stammhaus nur wenige Kapazitäten zur Verfügung.

Genau an diesem elementar wichtigen Organisationsmangel setzen wir an und bringen unsere Anwendung ins Spiel. Wir bieten ein zentrales Kontrollinstrument an, das sich an den Vorgaben des Stammhauses orientiert, und ermöglichen ein länderübergreifendes Buchhaltungssystem. Der Unternehmer, der deutsche Steuerberater und der Steuerberater in Spanien haben eine einzige, gemeinsame Datengrundlage.

Auf dieser Grundlage kann der Unternehmer seine Auslandsaktivitäten in Spanien steuern, da er sich in seiner gewohnten DATEV-Umgebung bewegt. Er ist wieder der Kapitän und kann seine unternehmerischen Entscheidungen treffen. Der deutsche Steuerberater kann mit der „DATEV-Sicht“ auf die Vorgänge in Spanien seine Lotsentätigkeit weiterhin erfolgreich ausüben.

Bereits 2002 hatte die Enquetekommission des Deutschen Bundestags die Schwierigkeiten des typischen Mandanten von Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern und Rechts­an­wälten bei der internationalen Ausrichtung identifiziert (Bundestag-Drucksache 14/9200, S. 184ff.). Der Mittelstand hat typischerweise begrenzte personelle und fachliche Ressourcen für die grenzüberschreitende Geschäftstätigkeit. Daraus folgt die Nachfrage nach solider und kenntnisreicher Beratung. Eine klassische Aufgabe für den deutschen Berater. Das daraus resultierende Marktpotential ist aufgrund der zunehmenden Komplexität der Märkte sowie des dramatisch gestiegenen Umfangs zivil- und steuerrechtlicher Vorschriften exponentiell angewachsen.

Wir stellen dem deutschen Steuerberater ein wettbewerbsfähiges Produkt zur Verfügung, mit dem er qualitätsvolle länderübergreifende Dienstleistungen erbringen kann. Die Grundlagen der Entwicklung waren langjährige Erfahrung mit der täglichen Bearbeitung und länderübergreifender Betreuung sowie eine ständige Beobachtung des Marktes und der Präferenzen von Zielgruppen.

Wir bedienen uns moderner Plattformökonomie, die für die deutschen Steuerberater bei der Beratung der spanischen Belange der Mandantschaft klare Vorteile bietet. Das macht die Kanzleien zukunftsfähiger in einer sich rapide verändernden Lebens- und Arbeitswelt. Der deutsche Steuerberater erhält damit auch ein Produkt, um sich von den „Big Four“ abzugrenzen, denen nach unserer Kenntnis i.d.R. keine vergleichbare Anwendung zur Verfügung steht.