Definition

Als Immobilie im vermögensteuerlichen Sinn gelten neben direktem und indirektem Eigentum auch dingliche Rechte wie Nießbrauch, bloßes Eigentum und Wohnrecht. Wer eine Immobilie mietet, besitzt sie zwar, hält jedoch kein dingliches Recht und wird daher nicht vermögensteuerpflichtig. Timesharing hingegen fällt unter dingliche Rechte.

Ein Sonderfall sind Liegeplätze, für die grundsätzlich nur Nutzungsrechte bestehen, da das Eigentum der Küste beim Staat liegt. Private Hafenbetreiber sind Konzessionsnehmer, die Nutzungsrechte für Liegeplätze überlassen, und zwar entweder als Beteiligung an der Betreibergesellschaft oder als Verkauf eines zeitlich beschränkten Nutzungsrechtes. Im ersten Fall liegt eine Vermögensteuerpflicht vor, für den zweiten Fall liegen widersprüchliche Signale der Steuerbehörde vor, sodass eine Nichtversteuerung argumentiert werden kann.

Bewertung

Das spanische Steuerrecht ist ein wahrer Dschungel an Bewertungsnormen. Für die Vermögensteuer werden drei Vergleichswerte herangezogen, von denen der höchste anzusetzen ist: Netto-Kaufpreis, Katasterwert und der Wert, der für jegliche andere Steuern festgelegt wurde. Aktuell erwägt die Regierung, einen „Markt-Referenzwert“ als vierten Vergleichswert einzuführen.

Der vermögensteuerliche Immobilienwert verändert sich, wenn ein Grundstück bebaut oder eine Immobilie erweitert oder umfassend saniert oder umgebaut wird. Wird ein Grundstück gekauft, so erhöht sich der Vermögensteuerwert in jenem Jahr, da die materiellen Baumaßnahmen beginnen, um alle damit zusammenhängenden Kosten.

Reparaturen und bloße Verbesserungen schlagen nicht auf den Vermögensteuerwert einer Immobilie durch, werden jedoch in der Einkommensteuer sehr wohl angesetzt.