Wie in Deutschland, ist die Aktiengesellschaft (Sociedad Anónima) in Spanien in einem eigenen Gesetz geregelt, der Ley de Sociades Anónimas (LSA).

Die gesetzlich vorgeschriebenen Organe der Aktiengesellschaft bilden die Hauptversammlung (junta general) und der Verwaltungsrat (administradores oder consejo de administración bei mehr als zwei Mitgliedern), dessen Bestellung und Zusammensetzung der Hauptversammlung obliegt. Eine Trennung der Verwaltung in Aufsichtsrat und Vorstand, wie ihn das deutsche Recht kennt, sieht der spanische Gesetzgeber zwar nicht vor, allerdings ist es möglich, die direkte Geschäftsführungsbefugnis auf einzelne Verwaltungsratsmitglieder zu übertragen (consejos delegados). Damit entspricht die spanische Führungskonzeption weitgehen dem angelsächsischen Board-Modell.

Gemäß Artikel 4 LSA beträgt das Mindestnennkapital 60.000 € und muss nach Artikel 12LSA mindestens zu 25% eingezahlt werden. Neben Bareinlagen, die nach Artikel 37 LSA in spanischer oder fremder Währung geleistet werden können, kommen nach Artikel 36 LSA Sacheinlagen (Sachen und  Rechte) in Betracht. Der Wert der Sacheinlagen ist nach Artikel 38 I LSA durch den Bericht eines unabhängigen Sachverständigen zu unterlegen, der vom Handelsregister benannt wird. Dieser Bericht hat gemäß Artikel 38 II LSA die Zusammensetzung und der Wert der Sachen zu enthalten und wird gemäß Artikel 38 III LSA der Gründungsurkunde beigefügt.