Eine spanische GmbH, eine „sociedad de responsabilidad limitada“, kurz S.L., ist die am häufigsten anzutreffende Rechtsfigur in der spanischen Wirtschaft. So sind heute ca. 96 % der Unternehmensgründungen S.L.s.  Viele Aktiengesellschaften werden in eine S.L. umgewandelt. Denn steuerliche Vorteile des S.A. gegenüber der S.L. gibt es nicht. Einige Vorteile der S.L. sind:

  • Beschränkung der Haftung auf das Gesellschaftskapital in Höhe von 3.000 Euro
  • Reduzierung der Kosten wegen aufwändigen und teuren Publizitätspflichten 
  • Größere zeitliche Spielräume bei der Ernennung von Organen der Gesellschaft    

Die spanische S.L. ist im Ley 2/1995 des Sociedades de Responsabilidad Limitada geregelt. Im Gesetz finden sich verschiedene Verweise auf Regelungen des spanischen Aktiengesetzes, Ley de Sociedades Anónimas, sowie auf regelungen des spanischen Handelsgesetzbuches, Código de Commercio. Weiterhon anwendbar für wesentliche formalen Anforderungen is die Handelsregisterverordnung, Reglemento del Registro Mercantil. Neben der Rechtsprechung der Gerichte sind auch die Erlasse der Generaldirektion für Register und Notariate, Dirección General de los Registros y del Notariado - DGRN, zu beachten. 

Die S.L. kann einen oder mehrere Gesellschafter haben, die als solche wirtschaftliche Miteigentümer an den Assets sind. Die S.L. hat einen oder mehrere Geschäftsführer, in Spanien administrador genannt, der für die Geschicke der Gesellschaft verantwortlich ist und diese leitet. Die Satzung der Gesellschaft regelt die Einzelheiten ihres Lebens  und ihrer Aktivitäten. Die Gesellschaft wird nach ihrer Gründung in das für ihren Sitz zuständige Handelsregister eingetragen. Als juristische Person nimmt die SL am Rechtsverkehr teil.