Neben dem reinen Außenhandel ohne Sitz im Ausland (Direktgeschäft), stellt sich für die Direktinvestition grundsätzlich die Möglichkeit der Begründung einer Tochtergesellschaft oder einer Betriebsstätte. Dabei rücken die zivilrechtlichen Auswirkungen und insbesondere die Höhe der Besteuerung der zu wählenden Organisationsform in den Fokus des Unternehmers, die sich in erheblichem Maße (Unterschiede von 25 % bis 46 %) unterscheiden.

Besteuerung von Tochtergesellschaften in Spanien

Wird die Gründung einer Gesellschaft im Ausland beabsichtigt, kommt die Rechtsform der Personenge­sellschaft als rechtlich selbstständiges Unternehmen in Betracht, für die im Wesentlichen die gleichen steuerlichen Grundsätze gelten wie für die Betriebsstätte. Wird die Personengesellschaft auch im Ausland als solche qualifiziert, steht einer transparenten Besteuerung nichts im Wege. Zur Erreichung einer strikten Trennung der Besteuerungsebenen (Gesellschaft, Gesellschafter) kommt nur die Errichtung einer Tochtergesellschaft in Form einer Kapitalgesellschaft in Betracht. Die Höhe der Besteuerung der ausländischen Tochterkapitalgesellschaft bemisst sich dabei nach dem Körperschaft­steuersatz des Sitzstaates der Tochtergesellschaft.

Besteuerung von Betriebsstätten in Spanien

Die Betriebsstätte als rechtlich unselbstständiger Teil des im Inland befindlichen Unternehmens, wird nach den von der OECD festgelegten Kriterien als feste Geschäftseinrichtung definiert, durch die die Geschäftstätigkeit eines Unternehmens ganz oder teilweise ausgeübt wird. Die Besteuerung der Betriebsstättengewinne obliegt im Fall von Spanien dem Land, in dem die Betriebsstätte belegen ist. In Deutschland werden die Betriebsstättengewinne von der Besteuerung unter Progressionsvorbehalt freigestellt. Im Ergebnis kommt es somit grundsätzlich nur zu einer einmaligen Besteuerung der Betriebsstättengewinne im Ausland. Trotz ihrer rechtlichen Unselbstständigkeit im Verhältnis zum nationalen Stammhaus unterliegt sie selbstständigen Registrierungs- und Steuererklärungs­pflichten in Spanien.

Fazit

Eine pauschale Empfehlung, in welcher Form das Auslandsengagement optimalerweise gestaltet werden soll, ist nicht möglich. Vor dem Beginn der Tätigkeit sollte eine sorgfältige Planung erfolgen. Die Höhe der unterschiedlichen Besteuerung von final 25 % bis zu 46 % sollte in den Entscheidungsprozess integriert werden.