Grenzübergreifende Erbschaften

Ein grenzübergreifender Erbvorgang zwingt zum Navigieren durch einen Dschungel an rechtlichen und steuerlichen Vorgaben. Die spanischen Behörden wollen sichergehen, dass die Güter eines Nichtresidenten an die legitimen Erben überschrieben werden, und fordern solide Nachweise. Der resultierende Papierkrieg ist durch die europäische Erbrechtsreform und insbesondere die Einführung eines europäischen Nachlasszeugnisses abgemildert worden. Steuerlich gilt, dass bei Erbschaft wie bei Schenkung auf spanische Vermögenswerte eines deutschen Steuerbürgers in beiden Ländern eine Steuererklärung fällig wird.

 

Fallstricke im Verhältnis Spanien-Deutschland

Das deutsche wie auch das spanische Steuerrecht erlaubt das Anrechnen im Ausland bezahlter Steuern unter bestimmten Einschränkungen. Spanische Bankkonten deutscher Steuerbürger unterliegen einer effektiven doppelten Besteuerung, weil Deutschland diese unabhängig vom Standort der Bank als Inlandsvermögen einstuft, die Anrechnung im Ausland bezahlter Steuer jedoch nur für Auslandsvermögen erlaubt. Des Weiteren gilt für deutsche Steuerbürger, die ins Ausland ziehen, eine „erweiterte unbeschränkte Steuerpflicht“. D.h. bei Schenkungen und Erbschaften werden sie sowie alle anderen Beteiligten mit deutscher Staatsangehörigkeit nach Wegzug noch fünf Jahre lang steuerlich behandelt, als lebten sie weiter in Deutschland.