Eine Besonderheit in Spanien stellt der von allen Gesellschaften anzuwendende Buchführungsplan (Plan General de Contabilidad – PGC) dar, der als Ausführungsverordnung (Königlicher Erlaß – Real Decreto 1643/1990) erlassen wurde. Der PGC ergänzt die gesetzlichen Rechnungslegungsvorschriften des  CCom und LSA als eigene Rechtsverordnung.

Der Buchführungsplan enthält fünf Teile, von denen lediglich die Teile I, IV und V PGC verpflichtend sind. Der eigentliche Kontenplan (Teil II) sowie die Definition und Erläuterung der Konten (Teil III) sind wahlweise anzuwenden. Das hat bei der Übertragung der Buchhaltungsdaten an DATEV eine Schlüsselrolle die wir noch gesondert beschreiben.

Neben  dem allgemeinen spanischen Kontenplan existieren Kontenpläne für bestimmte Branchen (Planes de Contabilidad sectoriales). Dort werden die Vorschriften des CCom und der LSA vom Rechnungslegungsausschuß (Instituto de Contabilidad y Auditoria de Cuentas – ICAC) zusammengefasst, erläutert und den Branchenbedürfnissen entsprechend flexibel ergänzt.

Im Einzelnen setzt sich der Buchführungsplan – PGC aus einer Einleitung mit allgemeinen Auslegungsregeln und den folgenden fünf Teilen zusammen:

 Spanien
PflichtangabenNach Artikel 200 LSA mit einer verbindlichen Gliederung im PGC
ErleichterungenFür kleine und mittlere Kapitalgesellschaften (Artikel 200 und 201 LSA)
BeteiligungslisteBeteiligung ab 3 % bei börsennotierten und 20% bei nicht notierten Gesellschaften (Artikel 200 Nr. 2 LSA)
Weglassen von einzelnen Angaben

Wahlweise (Artikel 200 Nr. 2/8 LSA):

  • Aufgliederung der Umsatzerlöse nach geographischen Märkten bei Gefahr erheblicher Nachteile für die betroffenen Gesellschaften bei kleinen und mittelgroßen Kapitalgesellschaften.
  • Aufstellung des Anteilsbesitzes bei Gefahr erheblicher Nachteile für die betroffenen Gesellschaften.
 
KapitalflussrechnungPflicht für mittlere und große Kapitalgesellschaften (Artikel 200 Nr. 4 LSA)

Tabellenunterschrift: Aufbau der Vorschriften zum Jahresabschluss im LSA

 

Im 1. Teil werden die in § 38 I CCom aufgeführten Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung inhaltlich beschrieben und ausgeführt.

Der 4. Teil beschreibt die Bestandteile des Jahresabschlusses, enthält Formblätter der Bilanz und Gewinn und Verlustrechnungen sowie ausführliche Vorschriften zur Aufstellung des Anhangs einschließlich der Kapitalflußrechnung. Außerdem sind entsprechende Formblätter und Anwendungsvorschriften für eine verkürzte Bilanz, Gewinn und Verlustrechnung sowie einen verkürzten Anhang enthalten (vgl. größenabhängige Erleichterungen in Abschnitt A.III 2.).

Die Bewertungsvorschriften des 5. Teils enthalten Ausführungen zu der Bewertung der einzelnen Bilanzposten, wie beispielsweise nähere Definitionen der Anschaffungs- und Herstellungskosten oder Durchführung der außerplanmäßigen Abschreibungen, zur Währungsumrechnung und Steuerbehandlung.