Gebildet ist, wer weiß, wo er findet, was er nicht weiß.

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Der BFH beerdigt die spanische S.L. - Kostenmiete - Erste Erfahrungen

Mit drei gleichlautenden Urteilen (27.7.16, IR 8/15; IR 12/15; IR 71/15) hat der BFH die Möglichkeit des Erwerbs einer Ferienimmobilie auf Mallorca oder in Spanien über das Konstrukt einer spanischen Kapitalgesellschaft zu Grabe getragen. Die Begründung des BFH lautet: „…es ist Ziel und Aufgabe einer Kapitalgesellschaft, einen Gewinn zu erzielen. Die angemessene Miete ist nach dem ortsüblichen Mietspiegel (Fremdvergleich, Preisvergleichsmethode, etc.) zu bestimmen. Als Untergrenze für eine dem Fremdvergleich entsprechende Miete sind die Kosten der Gesellschaft zuzüglich einem Gewinnzuschlag anzusetzen.“  Der letzte Satz bestimmt damit die Kostenmiete, die der BFH dann auch noch definiert hat. Man muss nunmehr knapp 7 % (sieben von Hundert) Miete an die Kapitalgesellschaft bezahlen um eine verdeckte Gewinnausschüttung zu verhindern. Damit ist durch die wirtschaftliche Belastung (Immobilienrenditen von knapp 7 % sind im heutigen Marktumfeld u.E. illusorisch) eine steuerliche Optimierung ad absurdum geführt. 

Die Finanzämter haben „Fachprüfer für Auslandsbeziehungen“ intensiv geschult und diese beginnen deutschlandweit mit Prüfungen. 

Man geht bei den Prüfungen sogar so weit, dass Leerstandszeiten bei einer Vermietung dem Eigentümer als vGA zugerechnet werden. Es sei denn, der Eigentümer kann beweisen, dass er die Immobilie nicht genutzt hat. Damit haben wir hier ein weiteres Risiko, welches nur durch entsprechende Beweise im Rahmen der „Umkehr der Beweislast“ abgewendet werden kann. Da ab dem 30. September dieses Jahres der AIA (Allgemeiner Informationsabgleich) zwischen Spanien und Deutschland erfolgt, sind ab diesem Zeitpunkt keine Korrekturen mehr möglich, man kann dann nur noch eine Verteidigungsberatung anbieten. Dass enge Zeitfenster sollte genutzt werden. Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem deutschen Steuerberater, da die vGA ganz schnell einige Hunderttausend Euro betragen kann. Gerne steht Ihnen unsere maike@europeanaccounting.net für einen ersten Kontakt zur Verfügung.