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Grundlagen

Deutsche GmbH & Co. KG - Behandlung in Spanien

GRUNDLAGEN: In Deutschland wird eine Kommanditgesellschaft (KG) steuerlich als Personengesellschaft behandelt. In Spanien wird die „sociedad comanditaria“ (Kommanditgesellschaft) als eine Kapitalgesellschaft behandelt und besteuert. Durch diese völlig unterschiedliche Behandlung in den beiden Ländern kommt es zu komplexen Fragestellungen. Diese Fragestellungen werden durch die Berücksichtigung des DBA zwischen den beiden Ländern, welches ab dem 01.01.2013 in Kraft ist, angereichert.

Einstufung der KG im spanischen Steuerrecht: Im Einkommensteuergesetz für Nichtresidenten (IRNR) gilt eine klare Regelung für „Körperschaften mit direkter Zurechnung der Einkünfte" (entidades en régimen de atribución de rentas). Insbesondere die verbindliche Auskunft V2175/2014 stellt klar, dass die deutschen Kommanditgesellschaften als solche betrachtet werden, unabhängig davon, dass die spanische „comanditaria“ eine Kapitalgesellschaft ist. Konkret kommt die verbindliche Auskunft zum Schluss, dass „die deutsche KG identische oder analoge juristische Eigenheiten wie die nach spanischem Gesetz gegründeten Körperschaften mit direkter "Zurechnung" zur natürlichen Person (Beteiligter/Anteilseigner) aufweist". Dies bedeutet, dass alle Regelungen des Einkommensteuergesetzes für Nichtresidenten, die für derartige Gesellschaften gelten, auf die deutsche KG anzuwenden sind. Dies ist der Schlüssel für die korrekte Lesart des IRNR im Hinblick auf Immobilienvermietung über eine deutsche KG.

Wie werden Wohn- und Ferienvermietungseinkünfte in Spanien behandelt?:Im Folgenden beantworten wir konkret die Fälle, dass eine deutsche KG eine Immobilie in Spanien besitzt und diese entweder durch die Kommanditisten selbst nutzt, zu Wohnzwecken vermietet oder der Ferienvermietung ohne oder mit touristischen Dienstleistungen durchführt.