Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (www.kfw.de) beschreibt in beeindruckender Weise die Auslandsstärke des deutschen Mittelstandes. Rund 780.000 (siebenhundertachtzigtausend) mittelständische Unternehmen erzielen ca. 600 Mrd. EUR Umsätze in ausländischen Märkten. Das entspricht rund 45 % der gesamten deutschen Exporte. Europäische Märkte sind dabei für die meisten Mittelständler wichtiger als das außereuropäische Ausland. Die Internationalisierung ist nicht nur ein wichtiger Wachstumstreiber für den deutschen Mittelstand, auch die Abhängigkeit vom heimischen Markt wird signifikant reduziert. Das ist die positive Seite der Medaille.

Auf der anderen Seite warnt der Präsident des Bundesverbands des deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) Holger Bingmann vor Staatsinterventionismus. Nötig sei „eine Rückbesinnung auf unser bisheriges Erfolgsmodell, anstatt den Unternehmen ständig neue Knüppel zwischen die Beine zu werfen mit immer mehr Bürokratie und zusätzlichen Belastungen“.

Eine zentrale Forderung des Mittelstandes zielt denn auch auf den Abbau der Bürokratielasten. „Vor allem KMU fühlen sich zunehmend überfordert“, kritisiert Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer: „Immer häufiger beklagen sie, vor lauter bürokratischer Vorgaben gar nicht mehr zur eigentlichen Arbeit zu kommen.“ In nahezu allen Branchen seien in den letzten Jahren zusätzliche Dokumentations- und Informationspflichten entstanden.