Erst durch das lesen lernt man, wie viel man ungelesen lassen kann

Örtliche Presse

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Wie oft hat sich in unserem Büro ein Kunde mit der Bitte um ein „kurzes Gespräch über die Ferienvermietung“ gemeldet und sich dann gewundert, warum wir dafür aus Erfahrung mindestens eine Stunde eingeplant haben! Dabei konnten manche nicht einmal über grundlegende Aspekte ihrer Vermietungstätigkeit Auskunft geben. Als ebenfalls klärungsbedürftig hat sich häufig die Rolle der Agentur erwiesen – tritt diese nur als Vermittlerin auf oder auch als direkter Vertragspartner der Endkunden?

Die höchste Instanz der deutschen Finanzgerichtsbarkeit, der Bundesfinanzhof (BFH), hat mit drei aktuellen Urteilen neue Grundsätze für die steuerliche Behandlung von Immobiliengesellschaften aufgestellt. Mit dramatischen Konsequenzen.

Mit einer massiven Kampagne spürt die Steuerbehörde auf den Balearen einem kapitalen und offenbar weit verbreiteten Fehler bei der Versteuerung der Ferienvermietung nach: Wenn ein Finca-Eigentümer die Dienste eines Kundenvermittlers in Anspruch nimmt, der die Immobilie über eine Web-Plattform bewirbt und dafür eine Provision kassiert, so teilt sich das Geschäft in zwei wesentliche Bestandteile auf: Die Zahlung der Miete und die Zahlung der Provision. Während die Miete bei offizieller Ferienvermietung mit 10 Prozent Umsatzsteuer belegt und ist bei kurzfristiger Wohnvermietung umsatzsteuerfrei ist, werden auf die Provision 21 Prozent IVA fällig. Speziell bei Dienstleistungen aus dem Ausland kommt es vielfach zu Unregelmäßigkeiten, das Finanzamt hält sich am Vermieter in Spanien schadlos. Der Artikel beschreibt, wie die IVA bei diesen Geschäften funktioniert und warum diese Verpflichtung vielfach übersehen wird.