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Neues Fachbuch

Erfolgreiche Wohn-
und Ferienvermietung
auf Mallorca:
Risikovermeidung bei ungewisser Rechtslage für deutsche Nichtresidenten

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Bewirtungs-, Marketing- und Repräsentationskosten

Da wir sehr häufig auf die Abzugsfähigkeit von Bewirtungs-, Marketing- und Repräsentationskosten in Spanien angesprochen werden behandeln wir diese Themen etwas ausführlicher, damit auch die Unterschiede zu der Behandlung in Deutschland erkennbar werden. Wir analysieren diese Kosten im Hinblick auf die Auswirkungen bei der Körperschaft- und Umsatzsteuer in Spanien. In Übereinstimmung mit dem Gesetz über die spanische Körperschaftssteuer lassen sich diese Kosten in drei unterschiedliche Kategorien einteilen, mit unterschiedlichen steuerrechtlichen Konsequenzen. Diese sind:

Schenkungen und Zuwendungen

In diese Kategorie können wir alle privaten Kosten einschließen, die nachweislich in keiner Verbindung zur Repräsentation und Kundengewinnung stehen. Diese Kosten sind nicht von der Körperschaftssteuer absetzbar. Als Beispiele nennen wir hier die Kosten für einen Computer oder Smartphone für die eigenen Kinder oder kleine Aufmerksamkeiten (Parfüm, Kleidungsstücke, etc.) bei Geburtstagen der Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter oder der Weihnachstfeier.

Zuwendungen an Kunden

Diese Kategorie schließt alle die Kosten ein, deren Notwendigkeit zwar nicht besonders nachgewiesen werden kann, die jedoch auch nicht als Privatausgaben verstanden werden. Diese Kosten sind nur in begrenztem Umfang absetzbar von der Körperschaftssteuer, und zwar in Höhe von 1% des Nettobetrages des Umsatzes, welcher das Unternehmen in dem betreffenden Geschäftsjahr erzielt. Dazu zählen z.B. Bewirtungsaufwendungen (Zweck und Kunde müssen benannt sein) in einem Restaurant oder die Bezahlung eines Flugs mit einem Hotelaufenthalt. Ebenfalls gehören dazu die Getränke oder Plätzchen, die man bei einem Termin dem Kunden anbietet. Wenn wir z.B. Seminare veranstalten, gehören die Tapas und die Getränke, die wir anbieten, neben den Kosten für die Seminarräume zu dieser Kostenkategorie.

Abzugsfähige Kosten

Diese Kosten müssen eng mit den Einkünften in Verbindung stehen, die durch die angebotenen Dienstleistungen erzielt werden, um sie in diese Kategorie aufnehmen zu können. Sie sind gänzlich von der Körperschaftssteuer absetzbar. Diese Kosten müssen nachweislich investiert worden sein, um den Verkauf zu steigern; wenn das gelingt, besteht auch keine Beschränkung der Betragshöhe. Alle Unterlagen, die die Existenz dieser Dienstleistungen demonstrieren, sollten aufbewahrt werden. Die Unterlagen, die in diesem Sinne bedeutsam wären, sind beispielsweise die folgende Substantiierungen der durchgeführten Dienstleistungen:

  • E-Mails, durch die Zusammenkünfte mit den Kunden vereinbart werden
  • Prospekte und Programminformationen
  • Für den Fall von Geschäftsmessen alle möglichen Unterlagen, die mit derselben in Verbindung stehen
  • Rechnungen der Reisekosten sowie Kosten für Unterkunft
  • Details zu den Teilnehmern eines Events

Umsatzsteuer

Die Rückerstattung der Umsatzsteuer, die mit diesen Kosten bezahlt wurde, hängt davon ab, in welche Kategorie die Kosten eingeordnet wurden.

Sollte es sich um „Schenkungen und Zuwendungen“ handeln, ist die gezahlte Umsatzsteuer nicht erstattungsfähig und auch nicht als Kosten abzugsfähig. In der Kategorie „Zuwendungen an Kunden“ ist die nicht abzugsfähige Umsatzsteuer aber bei der Körperschaftsteuer als Kosten ansetzbar. Das aber nur insgesamt bis zur Höhe von einem Prozent des erzielten Umsatzes in der betreffenden Periode.

Wenn Ausgaben in der Kategorie „abzugsfähige Kosten“ eingeordnet werden, ist die gezahlte Umsatzsteuer im Ganzen erstattungsfähig. In diesem Fall sieht das Umsatzsteuergesetz vor, dass die gezahlte Umsatzsteuer von Kosten, die nach dem Körperschaftssteuergesetz absetzbar sind, auch erstattungsfähig sind.

FAZIT

In der folgenden Tabelle ist zusammengefasst, inwieweit die drei verschiedenen, hier analysierten Arten von Kosten von der Körperschaftssteuer und der Umsatzsteuer absetzbar sind:

Es ist von entscheidender Bedeutung und muss deshalb betont werden, dass für diese Kosten nachgewiesen werden muss, dass sie in engem Zusammenhang mit der Dienstleistung stehen, mit dem Ziel, neue Kunden zu finden oder bestehende Kunden zu pflegen. Nur so lassen sich die Kosten absetzen und nur so ist die gezahlte Umsatzsteuer erstattungsfähig.