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Neues Fachbuch

Erfolgreiche Wohn-
und Ferienvermietung
auf Mallorca:
Risikovermeidung bei ungewisser Rechtslage für deutsche Nichtresidenten

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Änderungen bei der Abgabe der Umsatzsteuererklärungen

In Spanien besteht die Möglichkeit, auf Antrag die Umsatzsteuererklärung monatlich einzureichen, um somit genau wie in Deutschland die Erstattung je Monat zu erhalten und nicht nur einmal im Jahr ohne Antrag. Aufgrund der Vorteile hinsichtlich der Liquidität wird dieses System insbesondere durch Firmen in der Baubranche genutzt.


Durch die königliche Verordnung 596/2016 vom 2. Dezember werden zum 1. Juli 2017 für die monatliche Umsatzsteuererklärung in Spanien neue Regeln eingeführt, die bei den Steuerpflichtigen und auch bei den Beratern zu signifikanten Umstellungen in der Ablauforganisation führen. Betroffen sind alle Steuerpflichtigen,
die eine monatliche Selbstveranlagung zur Umsatzsteuererklärung vornehmen, das sind:

  • Unternehmen die auf eigenen Wunsch im Register für monatliche Umsatzsteuererstattungen (REDEME) eingetragen sind
  • Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 6 Mio. € im Kalenderjahr
  • Firmengruppen, die der besonderen MWSt.-Regelung unterliegen (z.B. Mutter und Tochterfirma, die spezielle steuerliche Verpflichtungen haben)

Neue Pflichten ab dem 1.Juli 2017

Die betroffenen Unternehmen müssen (anstatt der bis jetzt zeitgleich mit der monatlichen Erklärung einzureichenden Rechnungsbücher für die monatliche Umsatzsteuer / Modelo 340) über das e-Office der staatlichen Steuerverwaltung (AEAT) mittels elektronischer Bereitstellung folgende Registerbücher führen:

Registerbuch über Ausgangsrechnungen

  • Angabe ob es sich um eine korrigierte Rechnung handelt mit Darstellung der geänderten Daten.
  • Beschreibung der Transaktion (Art der berechneten Tätigkeit).
  • Bei einer Ersatzrechnung ein Verweis auf die ersetzten Daten oder Rechnung.
  • Bei steuerfreien Rechnungen der Hinweis auf die jeweilige Rechtsvorschrift.
  • Rechnungsstellung pro Empfänger.
  • Hinweis bei Umkehr der Steuerschuldnerschaft (Reverse Charge).
  • Hinweis auf die Abrechnungsperiode der Transaktion.

Registerbuch über Eingangsrechnungen

  • Benennung des eindeutigen „Rechnungsnummernkreises“.
  • Art der Rechnung, u.a. ob es sich um eine vollständige oder vereinfachte Rechnung (Kassenbeleg) handelt.
  • Angabe ob es sich um eine korrigierte Rechnung handelt mit Darstellung der geänderten Daten.
  • Beschreibung der Transaktion (Art der berechneten Tätigkeit).
  • Bei einer Ersatzrechnung ein Verweis auf die ersetzten Daten bzw. Rechnung.
  • Bei steuerfreien Rechnungen der Hinweis auf die jeweilige Rechtsvorschrift.
  • Rechnungsstellung pro Empfänger.
  • Hinweis bei Umkehr der Steuerschuldnerschaft (Reverse Charge).
  • Bei Importen: Rechnungsnummer und DUA-Nummer.
  • Hinweis auf die Abrechnungsperiode der Transaktion.

Registerbuch über Investitionsgüter (**)

  • Alle Informationen, die unter „Eingangsrechnungen“ genannt sind.
  • (**) Als Investitionsgüter gelten: physische Gegenstände, Möbel, bewegliche Güter oder Immobilien, die üblicherweise über einen Zeitraum von mehr als 1 Jahr als Arbeitswerkzeug oder Betriebsmittel genutzt werden und deren Wert mehr als 3.005€ beträgt. Beispiele: Fahrzeug, Büro, Garage, Wohnraum für Vermieter, etc.
  • Zu beachten ist: Güter, die von Bauträgern für Ihre Bauprojekte (zum späteren Verkauf) verwendet werden, zählen nicht als Investitionsgüter.

Registerbuch über innergemeinschaftliche Transaktionen

  • Alle Informationen, die unter Eingangs- bzw. Ausgangsrechnungen genannt sind

Neue Fristen für die Übermittlung der Steuererklärung

Die Frist für die elektronische Übermittlung beträgt vom 1. Juli 2017 bis zum 31. Dezember 2017 – und da es sich um ein neues Gesetz bzw. um einen Testlauf handelt – 8 (ACHT) Werktage. Dabei gelten folgende Besonderheiten:

  • Bei Ausgangsrechnungen gilt als Stichtag das Datum der Ausstellung der Rechnung – jedenfalls sind diese aber spätestens vor dem 16. Tag des darauffolgenden Monats, in dem das Geschäft durchgeführt worden ist, elektronisch einzutragen.
  • Bei Eingangsrechnungen gilt als Stichtag das Buchungsdatum.
  • Bei innengemeinschaftlichen Rechnungen gilt als Stichtag der Tag des Versandes
  • Ab dem 1. Januar 2018 wird diese Frist auf 4 (VIER) Werktage reduziert.

Anders behandelt werden die Rechnungen über Investitionsgüter, diese werden nur einmal im Jahr eingereicht, nämlich im Januar des darauffolgenden Jahres (Frist ist jeweils der 30.1.).

Die Frist für die Einreichung der Steuererklärung (Modelo 303) war bisher der 20. Tag des Folgemonats und wird bei dem neuen System um 10 Tage verlängert.Die Steuererklärung muss somit bis zum 30. Tag des Folgemonats – gerechnet ab der Abrechnungsperiode (z.B. für den Januar bis Ende Februar) – eingereicht und bezahlt werden.

Als Entlastung brauchen dann die betroffenen Steuerpflichtigen ab Juli 2017 die Modelos 340, 347 und 390 NICHT mehr einzureichen.


1.3 Strafen bei Fristüberschreitung

Wenn eine Verzögerung bei der Abgabe der Daten eintritt und die festgesetzte Fristen nicht eingehalten werden, kann die Steuerbehörde eine Verwaltungsstrafe von 0,5 % des Bruttobetrages der Rechnungen vornehmen. Die Mindeststrafe beträgt 300,00 € und die Höchststrafe beträgt 6.000,00 € pro Quartal.


1.4 FAZIT

Es ist geübte Praxis, dass z.B. bei Unternehmen, die in der Baubranche tätig sind, die Eingangsrechnungen erst verbucht werden, wenn einerseits die Rechnungsprüfung durch den Architekten oder Bauleiter durchgeführt wurde, andererseits Abzüge aus rechtlichen Motiven und evtl. Leistungsdefiziten geklärt sind. Damit ist es nunmehr vorbei! Die Rechnungen müssen ab dem 1. Juli spätestens innerhalb von 8 Tagen – ab dem 1. Januar 2018 innerhalb von 4 Tagen – dem Finanzamt vorliegen.

Das bedeutet für die betroffenen Unternehmen, dass die Belegorganisation geändert und an die neuen Verhältnisse angepasst werden muss. Für uns als Berater hat das zur Konsequenz, dass wir die gesamte Buchhaltung mit den benannten Meldungen immer in einem Zeitraum von maximal 8 Tagen erstellen müssen. Diese 8 Tage verkürzen sich noch um den Zeitraum, der vom Mandanten benötigt wird, bis wir den Beleg haben. Somit entsteht auf beiden Seiten signifikanter Mehraufwand. Wie sagte einst Wernher von Braun: „Wir können die Erdanziehungskraft überwinden, aber der Papierkram erdrückt uns.“

Da dass neue System noch nicht vollständig ausgefeilt ist, können sich noch Änderungen ergeben, über die wir Sie umgehend in Kenntnis setzen werden.